Engländer erwägen WM-Absage

Engländer erwägen WM-AbsageFoto: www_slon_pics CC0 Creative Commons via Pixabay

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf den ehemaligen russischen Spion Sergej Skripal und seine Tochter denkt Englands Außenminister Johnson über mögliche Konsequenzen nach. Er könne sich vorstellen, dass eine davon die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland betreffen könnte. In welcher Form, lässt er vorerst offen.

Englands Außenminister Boris Johnson fordert harte Konsequenzen gegenüber Moskau, nachdem der ehemalige russische Militärgeheimdienstoffizier Sergej Skripal, der als Doppelspion tätig war, sowie seine 33-jährige Tochter, vermutlich vergiftet, in einer Shopping-Mall in Salisbury aufgefunden wurden. Für Johnson sei dies ein Anschlag des russischen Geheimdienstes gewesen, obwohl noch keinerlei Testergebnisse vorliegen.

Laut britischen Medien kündigte der Außenminister „angemessene und robuste“ Maßnahmen an. Welche das im einzelnen sein könnten, ließ er bisher offen. Vorstellen könne er sich dabei aber eine mögliche Absage der britischen Teilnahme an der Fußball-WM 2018, die vom 14. Juni bis 15. Juli in elf russischen Städten stattfindet.

„Denken Sie mal an die WM im Sommer, ich glaube, es wird sehr schwer vorstellbar sein, dass eine britische Teilnahme an dem Ereignis wie sonst auch ablaufen kann“, wird Johnson von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Zunächst ließ er die Medien jedoch im Unklaren, ob er sich dabei auf die Teilnahme der englischen Nationalmannschaft oder auf Regierungsmitglieder bezog.

Kurze Zeit später hieß es dann auch aus Regierungskreisen, dass Großbritannien in Erwägung ziehen könnte, keine britischen Minister oder Würdenträger zur Weltmeistersschaft zu entsenden, sollte eine Spur im Fall Skripal nach Russland zu finden sein. Es sei jedoch nicht Johnsons Absicht gewesen, so heißt es seitens der britischen Regierung, einen Boykott der englischen Nationalmannschaft auszusprechen.

Zur Zeit befinden sich Oberst Skripal und seine Tochter in einem Krankenhaus im englischen Salisbury, wo die beiden ärztlich betreut werden.

[mb/russland.NEWS]

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