Tag 109 – Pierluigi Collina – und das Unheil naht

Tag 109 – Pierluigi Collina – und das Unheil naht

Eine treue Leserin des Osvaldo-Blogs (nennen wir sie mal Meisterleserin) hat mir heute eine ganz liebe Mail geschrieben und einen – wie ich finde – ziemlich pragmatischen Vorschlag entwickelt. Aufhänger war, dass die Augsburger Allgemeine vorgestern vermeldete:

„FIFA schult Video-Schiedsrichter im Eilverfahren für WM: Nach der Entscheidung des FIFA-Councils zum Einsatz der Video-Schiedsrichter bei der WM beginnt die Schulungsphase der Referee-Kandidaten. Viel Zeit bleibt nicht.

Organisieren soll das der legendäre Pierluigi Collina. Per Schnellverfahren. Der freundliche italienische Glatzkopf mit dem markanten Aussehen dürfte den meisten von uns allerdings in schlechter Erinnerung sein, pfiff er doch das unvergessene Champions-League-Finale 1999 im Stadion Camp Nou zu Barcelona (Manchester United gegen den FC Bayern München 2:1; die Bayern führten durch einen Basler-Treffer in der 6. Minute das ganze Spiel über, ehe die Engländer in der Nachspielzeit zwei Tore erzielten) und bei der Europameisterschaft 2000 in Charleroi / Belgien unser Spiel gegen England (0:1; es war das vorletzte Spiel unseres Rekordnationalspielers Lothar Matthäus). Als er dann im WM-Finale 2002 in Japan plötzlich mit auf den Platz auflief, wußte ich sofort: Das wird nix. Und so kam es. Deutschland verlor das Endspiel mit 0:2 gegen Brasilien.

Vergleichbar ist das Auflaufen Pierluigi Collinas nur mit dem Auftauchen einzelner Crewmitglieder bei Kurzstreckenflügen von Saarbrücken nach Hamburg: Mit dem ersten Erscheinen des einzigen männlichen Stewards in der Maschine, der natürlich für dich zuständig war, wusste ich immer von vornherein: Die nächsten 90 Minuten werden ein Reinfall.

Na ja. Frau Meisterleserin meint jedenfalls, so wichtige Aufgaben wie die eines Videoschiedsrichters könne man nicht so ohne Weiteres Amateuren überlassen, da bräuchte es schon qualifizierten Personals, echter, handwerklich gefestigter Profis. Schließlich müssten auch die Abseitslinien kalibriert werden.

Mit unserem Erfahrungsschatz von der letzten WM in Brasilien verbunden mit unseren unzweifelhaft vorhandenen sprachlichen Talenten seien wir geradezu prädestiniert für diesen Job. Kurz und gut: Sie schlägt vor, dass wir uns bewerben sollten. Der Michel, der Norberto, der Lew und ich, der Osvaldo. Dann könnten wir zumindest einige Spiele aus bester Position heraus mitverfolgen, wenn wir schon nicht für alle Partien Tickets hätten.

Ein überlegenswerter Vorschlag. Technisch begabt bin ich ja. Eine Abseitslinie mit diversen digitalen Instrumenten einzeichnen, das kann ich. Das trau‘ ich mir voll zu.

Und so ganz nebenbei hat die Idee auch etwas durchaus Sympathisches: Dem Collina könnte ich mal gut die Meinung geigen!

Und vor allen Dingen: Ich könnte von vornherein mittels diverser Sabotageakten unterbinden, dass er irgendwas mit deutschen Spielen zu tun bekommt.

Solltet Ihr dennoch während der Fußball-WM den vorgeblich netten Italiener irgendwo am Bildschirm entdecken, schaltet euer Gerät getrost ab. Am besten sofort. Die Zeit verbringt ihr besser mit was Sinnvollem. Mit Unkraut zupfen zum Beispiel. Oder mit Reiskörner zählen.

Da müsst Ihr Euch wenigstens nicht ärgern.

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