Tag 163 – Einen ganzen Schlafsaal komplett gebucht – und damit Geld gespart

Tag 163 – Einen ganzen Schlafsaal komplett gebucht – und damit Geld gespart

Hab‘ jetzt mal einen ganzen Schlafsaal gebucht. Wie angeboten. Tutto kompletti. 4 Betten. Für mich allein. In Moskau im Basmanny-Distrikt.

Traurige Berühmtheit erlangte dieses Viertel östlich des Zentrums übrigens durch den Einsturz einer Markthalle im Jahr 2006, bei dem 66 Menschen umkamen. Werde direkt nebenan wohnen.

Wie es dazu kam, einen kompletten Schlafsaal für mich allein zu buchen? Ganz einfach: Üblicherweise buche ich beim amerikanischen Internet-Marktführer für Unterkunftsangebote (mit Sitz in Holland – das konnte ja nicht gut gehen). Das hatte ich für den Aufenthalt in Moskau auch schon so gemacht, und gebucht vom 16. bis 22. Juni (siehe Tag 154 – „Melnikova Inn“). Michel, Norberto und Lew werde ich ja erst am 22. Juni in Sotschi treffen, die werden nach Russland nachkommen (siehe Tag Tag 136 – „Auf Alarmstation“).

Bin heute also einfach mal zur russischen Konkurrenz gesurft. Mit Seiten sogar auf Deutsch. Und siehe da: Staat ein einzelnes Bett beim Marktführer bekam ich bei der Konkurrenz gleich einen ganzen Schlafsaal gebucht (www.ostrovok.ru), im gleichen Hostel wohlgemerkt, und das obendrein noch ein Stück günstiger: Statt 178 Euro für 1 Bett nunmehr 165 Euro für 4 Betten und 6 Tage.

Meistens sind Hotels ja überbucht. Hier ist’s mal andersrum, eine Unterbuchung eben. Geht auch. Ist mir auch lieber. Vier Personen auf 18 Quadratmetern für vier Personen und vier Betten wäre an Platz sehr überschaubar gewesen. Aus den Augen verliert man sich da gewiss nicht.

Hätte das auch niemandem zuzumuten gemocht – außer Norberto vielleicht –, in meiner Nähe zu nächtigen. Wegen meines voraussichtlichen nächtlichen Getöses. An Schlafen ist neben mir ohnehin nicht zu denken. Hab ich alles innerhalb von vier Jahren von Norberto gelernt. In Brasilien hat er mir drei Wochen lang gezeigt, wo der Hammer hängt. Ein hervorragender Lehrmeister. Bin stolz auf ihn. Meine Frau weniger.

Wenn es klappt, kann ich dann meinen senegalesischen Freund Max dazunehmen. Wie es derzeit aussieht, klappt es, dass er am 18. Juni nach Moskau nachkommt. Er meint, dann könnten wir die beiden übrigen Betten ja untervermieten. Ja, ja, klar.

18 qm sind nicht viel für vier Personen. WLAN ist nicht dabei. Frühstück schon gar nicht. Dafür aber Klimaanlage und Gemeinschaftsbad. Aha. Unter „Annehmlichkeiten“ sind aufgeführt: „Schließfach, Waschmaschine, Bügelbrett und Bügeleisen“. Na, wer sagt’s denn. Wenn ich das meiner Frau erzähle, wird sie stolz auf mich sein. Macht das Negative von Norberto wieder wett.

Wird bestimmt eine gute Zeit in Moskau in dem Hostel, freue mich drauf. Ein bisschen nachdenklich macht mich höchstens, dass es dafür noch keinerlei Bewertungen gibt. Bin ich vielleicht der erste Gast in diesem Teil? Egal. Ich ziehe das jetzt durch.

Auch wenn es ganz schlimm kommt.

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