Tag 167 – Formschwäche

Tag 167 – Formschwäche

Direkt nach dem Aufstehen an den Computer. Die von der FAN-ID haben sich gemeldet. Per Mail. Direkt aus Russland. Haben mitgeteilt, dass meine ID jetzt auch in elektronischer Form vorliege. War ziemlich perplex. Nicht, weil die Russen mir die Karte überraschenderweise schon nach neun Tagen per Mail zustellten. Nein. Vielmehr wegen des Fotos, das die abgedruckt haben. Hatte mich hübscher in Erinnerung. Sehe auf der FAN-ID ja aus wie ein Grombeerkäfer. Also wie ein Kartoffelkäfer, meine ich. Boah. Das hätte jetzt echt nicht sein müssen. Der Tag fängt ja gut an.

Wollte das Foto ja ursprünglich hier einstellen. Weil ich dachte, ich sehe so gut aus. Meine Frau steht immerhin auf den Ronaldo – hat aber mich geheiratet. Das will schon was heißen. Geht aber trotzdem nicht. Beim besten Willen nicht. Höchstens meine Frau wäre mit der Foto-Veröffentlichung einverstanden. Würde sagen (wie bei der WM 2014): „Kann ruhig jeder mitkriegen, das Elend, das ich hier Tag für Tag mitmachen muss.“ Den Gefallen wollte ich ihr aber nicht tun.

Das Gute an der FAN-ID: Sie berechtigt auch in elektronischer Form zur Einreise, ist also mit einem Visum gleichzusetzen. Das könnte also doch noch was werden mit der Titelverteidigung. Wenn die DFB-Tickets jetzt bald kommen, würden auch Lew, Norberto und Michel rechtzeitig an ihre FAN-ID rankommen. Müssten sie bloß nach der Ankunft in Russland in einem offiziellen Ausgabezentrum gegen die „echte“, laminierte FAN-ID umtauschen. Nur diese berechtigt – in Verbindung mit einem Ticket – zu einem Stadionbesuch. Und zur kostenlosen Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln im Austragungsort am jeweiligen Spieltag.

Bin gespannt, was der Tag sonst noch so bringt. Über das, was gestern noch alles passierte, traue ich mich ja gar nicht zu berichten. Nicht, dass die Produktionsfirma von Oliver Pocher, die Good-Times (www.good-times.de), angerufen hätte. Nee, nee, so gut wie gar nicht. Wollten den Osvaldo in ’ner Sendung haben. „Dinner Party“ heißt die. Dienstags, 0.15 Uhr, SAT1. Wo die mich her haben? Wer weiß.

Habe dann gleich eine Teambesprechung einberufen lassen. Um es kurz zu machen: Ein Mitglied unserer Truppe wird in der nächsten Sendung bei „Dinner Party“ zu Gast sein. Wer? Das darf ich nicht verraten. Ist ein streng gehütetes Betriebsgeheimnis von „Good-Times“. Termin: Dienstag, 22. Mai 2018. Lasst euch überraschen. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt ungemein darauf, den Norberto mal im TV anschauen zu dürfen! Bin stolz auf ihn, dass er das durchzieht.

Der DFB-Chefkoch, der Anton Schmaus, hat sich noch nicht gemeldet. Gut, meine Mailanfrage ist ja erst 24 Stunden her. Habe mir überlegt – um ihm unseren Besuch schmackhaft zu machen –, ihm diverse Spiele anzubieten, hochkarätige Leckerbissen sozusagen.

Über den Waikiki-Spa-Komplex (oder wie das Teil heißt, wo die Deutschen ihr Quartier beziehen) habe ich gelesen, dass man dort auch viele andere Sportarten machen kann, also außer Fußball. Und ich würde folgende Wetten eingehen:

Wette 1 – Tischtennis: Wenn jemand gegen mich gewinnt, egal ob einer der Spieler oder einer des Teams rundherum, zahle ich den kompletten Aufenthalt des DFB während des gesamten Russland-Aufenthaltes. Im Gegenzug erwarte ich aber, dass wir mal vom Anton Schmaus ins Waikiki eingeladen werden. Gerne außerhalb eines Spieltages. Also wenn unsere Jungs unterwegs zum Training sind oder so. Wenn die wieder zurückkommen, sind die Schwenkbraten angerichtet.

Wettspiel 2 – Billard: Im Billard fühle ich mich nicht so sicher, würde es aber auch auf ein Duell mit jedem einzelnen Spieler ankommen lassen. Notfalls übernimmt der Michel. Oder der Lew. Oder der Norberto. Meine Jungs können einfach jede Sportart!

Spiel 3 – Tennis: Im Tennis würde ich mir auch zutrauen zu spielen, aber wetten würde ich da nicht auf mich. Höchstens, wenn es gegen den Norberto geht.

Angelegenheit 4 – Skiwettbewerbe: Auf den im Waikiki-Spa-Komplex angebotenen Skiverleih würde ich angesichts der aktuellen Jahreszeit komplett verzichten. Freiwillig. Nach meinem Oberschenkelbruch beim Skispringen als 10-jähriger Bub hinke ich meiner Form immer noch leicht hinterher. Aber notfalls würde ich den DFB von jeder x-beliebigen Skiflug-Großschanze in Grund und Boden springen, mit den Skiern, versteht sich – auch wenn ich selbst dabei draufginge. „Eddie the Eagle“ lässt grüßen.

Wir würden für unsere Jungs einfach alles machen. Ohne Wenn und Aber. Und das Grillen hat schließlich oberste Priorität!

 

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