Tag 170 – Gefährliches Briefing

Tag 170 – Gefährliches Briefing

Herr Schmaus meldete sich. Der Chefkoch vom DFB. Hat uns abgesagt. Nicht schlimm. Wenn ich seine Mail aber richtig verstanden habe, hat er zugesagt, dass er Lew, Michel, Norberto und mich nachnominieren würde, falls es im ersten Gruppenspiel gegen Mexiko nicht so doll für uns läuft. Wir sollten uns schon mal bereit halten, damit wir notfalls sehr kurzfristig zu ihm kommen könnten.

Hier seine Mail im Wortlaut:

„Sehr geehrter Osvaldo,

leider muss ich Ihnen mitteilen, dass eine derartige Unterstützung (so sehr mich das natürlich freuen würde, weil wir mit Sicherheit viel Spaß hätten) leider aus vielerlei Aspekten einfach grundsätzlich nicht möglich ist. Wir alle, aber ganz besonders die Spieler, freuen sich sehr über jede Unterstützung und die können wir auch absolut gebrauchen. Darum würde ich Sie bitten, auch trotz der Absage weiterhin kräftig zu grillen und zu schwenken und Sie können sich versichert sein, dass wir Ihre Unterstützung von der Ferne aus spüren. Ich wünsche Ihnen eine schöne und aufregende WM und verbleibe

mit den besten kulinarischen Grüßen

Ihr

Anton Schmaus“

Na ja. Vielleicht waren wir auch einfach nur zu spät an. Hätten uns eher bewerben müssen. An unserer Qualifikation hat es sicher nicht gelegen. Zusammen kommen wir auf mehrere tausend Schwenkabende. Was soll’s. Was bleibt, ist jedenfalls der tolle Name: Schmaus. Zu toppen nur noch von dem Namen „Zinsmeister“ bei einem Bankangestellten.

Heute Morgen war ich einkaufen. Musste meine Biervorräte aufstocken. Lew und Norberto haben ihr Kommen angesagt. Habe vorher mal die noch vorhandenen Bestände gesichtet. Was ich da noch alles gefunden habe im Getränkekühlschrank, tsetse …

Paulaner Oktoberfest Bier, abgelaufen April 2018, ein anderes Paulaner Oktoberfest Bier, abgelaufen Mai 2017, zwei Dosen Brahma (das brasilianische Bier, für besondere Anlässe), Karlsberg Export (ewig haltbar), eine 1-Liter-Faxe-Dose und eine 3-Liter-Zischke-Flasche. Kann man immer mal brauchen.

Verschweigen möchte ich dagegen, dass ich auch eine abgestandene „Kalte Muschi“ entdeckt habe. Rotwein mit Cola. Abgelaufen etwa 1987 (Etikett war nicht mehr erkennbar). Wahnsinn, wie man so etwas überhaupt erfinden kann. Und trinken erst. Kein Wunder, dass ich die „Kalte Muschi“ nie angerührt habe.

Daneben habe ich das übliche Sortiment gelagert: Karlsberg Ur-Pils und Feingold.

Apropos „Kalte Muschi“: Im Radio ist gerade vermeldet worden, dass der Prinz Harry in England (wieso gleicht der eigentlich dem ehemaligen Reitlehrer des Königshauses?) heute die Meg Markle heiraten würde. „Wow!“, habe ich gedacht, „hoffentlich verwechselt er die nicht mit Miss Marple.“ Die wäre schließlich auch noch zu haben gewesen. Hatte zwar mehrere Liebschaften, war aber nie verheiratet. Aber für die hätte er sich womöglich nicht so sehr erwärmen können.

An Pfingstmontag wollen wir abends mit Norberto ein Briefing durchführen. Wegen der Sendung mit Oliver Pocher am Dienstag-Abend. Wollen ihn bestmöglich präparieren. Damit er gut aussieht. Noch besser als ohnehin schon. Unsere Bedenken (bzw. was gegen ein Briefing spricht): Hoffentlich zehren wir dabei nicht sämtliche Biervorräte auf, sonst zitiert er sonst den ganzen Mist von uns noch öffentlich im Fernsehen.

Werden uns also am Riemen reißen müssen. Auch wenn es weh tut. Die Gage will Norberto jedenfalls in unsere Mannschaftskasse legen. Alle Achtung! Was wir damit machen? Werden sie wohl in Russland verfuttern.

 

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