Tag 26 – Planung mit Mut zum Irrtum

Tag 26 – Planung mit Mut zum Irrtum

Andreas ruft an. Andreas ist ein absoluter Sportfanatiker. Hat schon vier Fußball-Weltmeisterschaften und vier Olympische Spiele vor Ort live miterlebt. Er hat vor kurzem erfahren, dass unsere Truppe auch in Brasilien war. Schnell kommt er ins Schwärmen und erzählt leidenschaftlich von seinen Erlebnissen bei den genannten Events. Unglaublich, an welche Details er sich noch erinnern kann! Ich muss dafür immer alles genau aufschreiben, damit ich später noch weiß, was los war. Fotos helfen mir manchmal auch auf die Sprünge, wenn ich sie gezeigt kriege, aber er weiß das alles aus seinem Kopf raus. Hut ab.

Jedenfalls fragt er mich, ob wir denn auch mit dem Fanclub der Nationalmannschaft fahren würden. Er schwärmt in höchsten Tönen. Er leitet mir später verschiedene Angebote zu. Pauschal-Reisen zu bestimmten Spiel-“Blöcken“, zum Beispiel zu den drei Vorrundenspielen mit deutscher Beteiligung, zum Halbfinal- und Finalspiel oder auch alle Spiele ab Achtelfinale. Viele Variationen sind möglich.

Da ist immer alles von A bis Z durchgeplant. Vorgeschrieben, was wann auf dem Programm steht. Was morgens gemacht wird und was abends.

Muss sagen, dass das zwar äußerst praktisch ist, da einem das selbstständige Denken mehr oder weniger abgenommen wird (was mir ja durchaus zugute kommen würde), aber … Planung ist ja schön und gut. Aber manchmal auch zuviel des Guten. … … um mein Motto mal etwas näher zu beleuchten … ich mag es lieber etwas … sagen wir mal … unstrukturierter. Anarchischer. Verwickelter. Desorientierter. Einfach leichtlebiger und spontaner.

Ich halte es da mit dem Spruch eines früheren saarländischen Ministerpräsidenten, den ich sehr schätze:

Planung ist die Ersetzung des Zufalls durch den Irrtum.

Und dafür sind Michel, Norberto und Stroganoff genau die richtigen Kumpels. Wir sind ein gutes Team. Geht mal einer verloren, sind wir immerhin noch zu dritt. Nein, Spaß beiseite. Geht mal einer von uns in die falsche Richtung, irrt sich also, ist aber gleichwohl nicht mehr zu stoppen, dann folgen wir ihm selbstverständlich. Ist Ehrensache. Auch wenn wir irgendwo rauskommen, wo wir ursprünglich gar nicht hin wollten. Und wer weiß, vielleicht ist es dort, wo wir nicht hin wollten, am Ende ja sogar schöner und besser als das ursprüngliche Ziel? Ach, ist ja auch egal. Für uns gilt jedenfalls.:

Einer für alle, alle für einen.

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