Warum wir die WM im Fernsehen anschauen können

Warum wir die WM im Fernsehen anschauen könnenFoto: commons.wikimedia/Runner1616 CC BY-SA 3.0

Man will bei der FIFA zur Fußball-Weltmeisterschaft in Russland „die Nase hoch halten“. Also genau das Gegenteil von „den Ball flach halten“, was dann im Klartext bedeutet: Klotzen statt Kleckern. Eine High-End Kameratechnik in den Stadien soll uns, ohne selbst vor Ort sein zu müssen, ein WM-Erlebnis bereiten, von dem wir bisher nicht zu träumen wagten.

37 Kameras, die alle 64 WM-Begegnungen aus jedem nur erdenklichen Blickwinkel aufnehmen werden, sollen uns eine TV-Faszination bieten, das seinesgleichen sucht. Etliche der Kameras dienen nur dem einen Zweck, dem Fernsehzuschauer gestochen scharfe Bilder von unwiederbringlichen Momenten zu liefern. Selbstverständlich sollen dabei, trotz aller Informationen die ein Spiel an sich betreffen, auch die schönen Seiten des Turniers nicht zu kurz kommen, verspricht die TV-Abteilung des Weltfußball-Verbandes, FIFA TV.

„In dem Bestreben, in dieser Branche die Nase vorn zu behalten, werden alle 64 Spiele zum ersten Mal in UHD-Auflösung mit HDR, also Hochkontrastbildern, übertragen. Dank einer Kombination von UHD/HDR/1080p kann am Ende einer einzigen Produktionskette eine ganze Palette von Videoformaten zur Verfügung gestellt werden“, erklärt die FIFA allen High-Tech-Freaks auf ihrer Homepage. Es wird betont, dass im ganz normalen Bundesliga-Alltag etwa 15 Kameras im Einsatz seien. Bei Championsleague-Spielen zeichnet man mitunter, je nach Bedeutung des Spiels, mit bis zu 20 Geräten auf.

„Die 37 Kameras setzen sich wie folgt zusammen“, erklärt man uns aus Zürich, vermutlich in der Hoffnung, dass der Konsument am Ende auch versteht, um was es sich eigentlich handelt. Es seien acht mit dualer Ausgabe, UHD/HDR und 1080p/SDR, und weitere acht mit dualer Ausgabe, 1080p/HDR und 1080p/SDR, dazu kämen acht Superzeitlupen-Kameras, zwei Ultrazeitlupenkameras, eine Cineflex-Heliucopterkamera und eine Cablecam, die an zwei Tragseilen befestigt ist und dem Tempo des Geschehens folgen kann. Während wir nur staunen, fängt die FIFA mit all dem Equipment für uns die WM-Action ein.

Für den ganzen Aufwand zur Fußball-WM sind die Anstoßzeiten diesmal, zumindest für das europäische Fernsehpublikum, äußerst moderat. Angepfiffen wird in der Regel, bis auf ganz wenige Ausnahmen, um 14.00, 17.00 und zur besten Sendezeit um 20.00 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit. Die europäischen Sender, in Deutschland ARD und ZDF, die diese Aufnahmen schließlich verwerten dürfen, werden es zu schätzen wissen.

[mb/russland.NEWS]

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