Wissenschaftler wissen bereits wer Weltmeister 2018 wird

Wissenschaftler wissen bereits wer Weltmeister 2018 wirdFoto: Pixabay/Prawny CC0 Creative Commons

Fußball kann so herrlich einfach sein. Wirtschaftswissenschaftler der Universität Innsbruck haben vor der Endrunde schon einmal ausgerechnet, wie der Titelträger der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 heißen wird. Als Forschungsgrundlage wurden die Einschätzungen der ausgewiesensten Experten herangezogen. Jene, die mit Fußballspielen für ein Extrataschengeld sorgen sollen.

Wenn es nach den 26 führenden Wettanbietern weltweit geht, aus deren Informationen die umfassende Analyse erstellt wurde, hätte Brasilien bei einem Wahrscheinlichkeitsgrad von 16,6 Prozent die höchsten Gewinnchancen auf den Titel bei der WM in Russland. Statistiker der Uni Innsbruck haben zusammen mit Kollegen an der Wirtschaftsuniversität Wien ein sogenanntes Buchmacher-Konsensus-Modell entwickelt, das bereits bei vergangenen Turnieren erfolgreich angewandt wurde. Und am Ende sogar fast recht hatte.

Zusammen mit dem Gewinnkoeffizienten der Mannschaften bei Wettanbietern und Buchmachern und komplexen statistischen Rechenmodellen, einer Simulation aller möglichen Spielvarianten und Ergebnissen erlaubt den Wissenschaftlern die Simulation von Wahrscheinlichkeiten der WM-Endrunde 2018. Indem die Statistiker das Turnier in all seinen Varianten millionenfach komplett durchspielen, werden so praktisch alle denkbaren Spielpaarungen ermittelt, bis endlich Viertel- und Halbfinale sowie die Endspielpaarung feststehen. Demnach stehen sich bei der WM 2018 zu guter Letzt Brasilien und Deutschland gegenüber.

Brasilien gegen Deutschland im Finale – sagt der Computer

„Das wahrscheinlichste Finale mit einer Wahrscheinlichkeit von 5,5 Prozent ist auch ein Aufeinandertreffen dieser beiden Teams. Hier könnten die Brasilianer das dramatische Halbfinale von 2014 wiedergutmachen“, lässt Prof. Achim Zeileis vom Institut für Statistik der Universität Innsbruck die Fußballfans an den Berechnungen teilhaben. „Da die Buchmacher mit ihren Wettangeboten natürlich Geld verdienen wollen, setzen sie ihre Quoten möglichst realistisch fest und berücksichtigen dabei neben historischen Daten auch die Turnierauslosung sowie kurzfristige Ereignisse wie etwa Spielerausfälle“, erklärt Zeileis die solide Basis für das komplexe Modell.

„Unser Modell hat im Vergleich zu allen anderen den Vorteil, dass es sowohl Gewinn- als auch ‚Überlebens’-Chancen für jede einzelne Mannschaft liefert“, fügt er hinzu. Um so realitätsnah wie nur möglich zu bleiben, werden die Buchmacher-Quoten vor der Berechnung zudem noch um die Gewinnaufschläge der Wettfirmen bereinigt. Ganz nah dran mit ihrer Prognose waren die Statistiker beispielsweise schon bei der EURO 2016. Sie errechneten als wahrscheinlichste Prognose, dass Gastgeber Frankreich Mitfavorit Deutschland im Halbfinale schlägt und danach auch das Finale gewinnt.

„Hätte Gignac in der 92. Minute gegen Portugal das Tor und nicht nur den Pfosten getroffen, wären wir mit dieser Einschätzung genau richtig gelegen“, sagt Zeileis. Für die WM 2018 haben er und sein Team den Sieger ja bereits ausgemacht. Wie aber schlägt sich der Rest? Neben Titelverteidiger Deutschland, das mit 15,8 Prozent nur knapp hinter Brasilien rangiert, folgen als weitere Aspiranten mit guten Chancen Spanien mit 12,5 Prozent sowie Frankreich mit 12,1 Prozent. Die wahrscheinlichsten Halbfinal-Paarungen sind daher auch Brasilien gegen Frankreich zu 9,4 Prozent und zu 9,2 Prozent Deutschland gegen Spanien.

Gastgeber Russland rangiert in dieser Liste immerhin mit 2,1 Prozent hinter Belgien, England, Portugal, Uruguay, Kroatien und Kolumbien auf dem 12. Platz. Die schwächsten Mannschaften, so sagt es die Wissenschaft voraus, werden Panama, Saudi-Arabien, Tunesien, der Iran und Südkorea stellen. Wie das Turnier am Ende wirklich ausgeht, wird sich vom 14. Juni bis zum 15. Juli zeigen, wenn es statt am Computer auf dem Spielfeld zur Sache geht. Das weiß auch Achim Zeileis: „Es liegt in der Natur von Prognosen, dass sie auch danebenliegen können – sonst wären Fußball-Turniere auch sehr langweilig.“ Schöner kann man es nicht sagen.

[mb/russland.NEWS]

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